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Verfügbarkeit trifft Bedarf: neues Energieverteilmanagementsystem von Neuberger regelt und steuert Energieflüsse

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Die neue Softwareoption „Energieverteilmanagementsystem“, kurz EVMS, aus dem Hause Neuberger vernetzt Erzeuger, Speicher und Verbraucher und steuert mit Unterstützung durch die künstliche Intelligenz Energieflüsse abgestimmt auf Bedarf und Verfügbarkeit. EVMS erfasst, analysiert und prognostiziert die Energieerzeugung in Echtzeit, priorisiert Verbraucher und verteilt verfügbare Energie dynamisch – mit dem Ziel, selbst erzeugte Energie möglichst effizient und wirtschaftlich sinnvoll zu nutzen. Zudem lassen sich der Betrieb der Anlagen KI-gestützt auf Anomalien überwachen.

Energieflüsse zentral erfassen
EVMS verknüpft die unterschiedlichen Komponenten einer Infrastruktur in einer zentralen Software. Dazu gehören beispielsweise Erzeuger wie Photovoltaikanlagen, Blockheiz- oder Wasserstoffkraftwerke oder das öffentliche Netz. Auch die Daten der Verbraucher wie Produktions- und Bürogebäude, Ladesäulen oder elektrische und thermische Speicher werden mit EVMS erfasst. Als Grundlage für die bedarfsgerechte Erfassung dienen Mess- und Steuerdaten aus der vorhandenen Infrastruktur. Zähler erfassen Verbrauch und Energieflüsse, während Informationen über den Ladezustand von Speichern und entsprechende Eingriffsmöglichkeiten in deren Steuerung bereitgestellt werden.

Die Software verarbeitet die Daten aus den vorhandenen unterschiedlichen Quellen und technischen Systemen über standardisierte Kommunikationsprotokolle der Industrie- und Gebäudeautomation. Dazu gehören beispielsweise BACnet/IP, MQTT, OPC UA und Modbus TCP. Für die Verbrauchs- und Energieflusserfassung können Zähler über Feldbusprotokolle wie M-Bus, Modbus RTU oder Modbus TCP in die idealerweise vorhandene und vernetzte Infrastruktur eingebunden werden.

EVMS erfasst die Energieströme der Infrastruktur, berechnet durch eine KI-gestützte Lastgangprognose den voraussichtlichen Energieverbrauch in Echtzeit und steuert Verbraucher entsprechend der vorhandenen und prognostizierten Energieverfügbarkeit. Verbraucher können so priorisiert und gezielt aktiviert werden, sobald beispielsweise ausreichend Energie aus einer Photovoltaikanlage oder einer anderen Erzeugungsquelle zur Verfügung steht. Das System analysiert die Energieströme kontinuierlich und schafft damit die Grundlage für eine möglichst effiziente Nutzung selbst erzeugter Energie.

Intelligente Orchestrierung statt statischer Lastverteilung 
Zentraler Ansatz von EVMS ist die intelligente Vernetzung von Energieversorgung, Gebäude und Ladeinfrastruktur. Das System analysiert fortlaufend aktuelle und prognostizierte Energieflüsse, erkennt verfügbare Flexibilitäten und koordiniert Erzeuger, Speicher und Verbraucher vorausschauend. Lasten und Ladepunkte werden abhängig von Energieverfügbarkeit, Bedarf, Wirtschaftlichkeit und betrieblichen Prioritäten dynamisch gesteuert. Damit ersetzt EVMS die statische Lastverteilung durch eine adaptive, daten- und prognosebasierte Betriebsoptimierung.

Für die Optimierung der Energieflüsse können neben aktuellen Mess- und Betriebsdaten weitere Einflussgrößen einbezogen werden. Dazu zählen unter anderem Daten aus Langzeitarchiven, Informationen aus anderen technischen Systemen, Daten der Wettervorhersage sowie definierte Prioritäten für Schaltvorgänge. Auch Börsenstrompreise, Netzentgelte, die Überwachung des Netzbezugs und CO₂-relevante Größen können berücksichtigt werden. Ebenso lassen sich KI-basierte Algorithmen für Prognosen und die Optimierung der Regelstrategien einsetzen.

Die Herausforderung besteht heute zunehmend nicht mehr nur darin, Energie zu erzeugen oder deren Verbrauch zu erfassen. Entscheidend ist vielmehr, die verfügbare Energie zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Verbrauchern zuzuführen“, sagt Jonas Eberhardt, Vertriebsleiter bei Neuberger Gebäudeautomation. „Mit EVMS können wir Energieerzeuger, Speicher und Verbraucher zusammenführen und die Energieverteilung anhand individueller Regelstrategien dynamisch und intelligent steuern.“

Energieeinsatz optimieren und flexibel gestalten
Ziel von EVMS ist es, die vorhandene Energie möglichst intelligent zu verteilen und dadurch effizient zu nutzen. Ein möglichst hoher Eigenverbrauch – idealerweise von regenerativ erzeugter Energie – führt zudem langfristig zu einer Kostenersparnis. Mit EVMS lassen sich Lastspitzen gezielt verschieben (Peak Shifting) und PV-Anlagen optimal in die Infrastruktur der Energieverteilung integrieren. Die gemeinsame Betrachtung von Erzeugern, Speichern und Verbrauchern spielt dabei auch hier die zentrale Rolle. EVMS lässt sich zudem individuell auf die vorhandenen Komponenten der Energieversorgung frei konfigurieren. Nachträgliche Erweiterungen in der Infrastruktur lassen sich jederzeit integrieren. Eine lückenlose Protokollierung sämtlicher Daten, individuell konfigurierbare Berichte und Reportings sowie der Datenexport für Abrechnungssysteme ergänzen den Funktionsumfang von EVMS.

Eigenes Parkhaus als Anwendungsbeispiel
Wie das Energieverteilmanagementsystem in der Praxis eingesetzt werden kann, demonstriert Neuberger am Standort in Rothenburg ob der Tauber. Im eigenen Parkhaus verbindet Neuberger eine 450-kWp-Photovoltaikanlage mit 50 Ladepunkten, der Netzversorgung und weiteren Verbrauchern wie Produktions- und Verwaltungsgebäude. Alle Komponenten werden gemeinsam betrachtet. Die verfügbare Energie wird dabei anhand definierter Prioritäten sowie in Abhängigkeit von Verfügbarkeit und Bedarf auf die verschiedenen Verbraucher intelligent verteilt.

Mit dem Lademanagement Add-on ProCharge werden zudem die Ladevorgänge an den E-Ladesäulen gesteuert, priorisiert und überwacht. So lässt sich beispielsweise bei der Ladesteuerung zwischen Privat- und Firmenfahrzeugen unterscheiden. Überschussladen ist ebenfalls möglich, um verfügbare elektrische Energie gezielt für Ladevorgänge einzusetzen. Benutzer können komfortabel über die Bedienoberfläche oder über eine API-Schnittstelle verwaltet werden. Sämtliche Ladevorgänge im Neuberger Parkhaus werden lückenlos protokolliert und aufgezeichnet. Die exakte Abrechnung an die einzelnen Nutzer erfolgt via Datenexport an ein angebundenes Abrechnungssystem.

Individuelle Regelstrategien für Gebäude, Areale und Liegenschaften
Neben der Software unterstützt Neuberger seine Kunden bei der Analyse, Planung und Umsetzung individueller Energiestrategien. Dazu gehören die Analyse bestehender Energie- und Infrastrukturen sowie die Entwicklung individueller Regel- und Betriebsstrategien. EVMS wird an die jeweiligen Anforderungen des Gebäudes oder Areals angepasst und individuell programmiert. Auch nach der Inbetriebnahme unterstützt Neuberger bei der kontinuierlichen Analyse und Optimierung der Betriebsstrategien.

Neuberger zeigt das Energieverteilmanagementsystem EVMS auch auf drei Fachmessen im kommenden Herbst. Als Mitaussteller auf dem Stand der Max Weishaupt SE können sich Fachbesucher und Interessierte über die Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten des Systems informieren und das EVMS vor Ort begutachten: auf der gedatec vom 13. bis 15. Oktober 2026 in Berlin, der GET NORD vom 19. bis 21. November 2026 in Hamburg sowie der HEATEXPO vom 24. bis 26. November 2026 in Dortmund.
 

Das Dashboard des Energieverteilmanagementsystems EVMS visualisiert Energieerzeugung, Energieverbrauch und Energiebezug. Die Daten werden in Echtzeit angezeigt und bilden die Grundlage für die Analyse und Optimierung von Energieflüssen.

Anwendungsbeispiel aus der Praxis: Am Stammsitz in Rothenburg ob der Tauber verknüpft EVMS die Energieerzeugung der Photovoltaikanlage mit dem Energiebedarf eines Produktionsgebäudes und 50 E-Ladesäulen. Die verfügbare Leistung wird anhand definierter Regel- und Betriebsstrategien dynamisch verteilt.

Intelligente Energieverteilung bei Neuberger: Links das Parkhaus mit Photovoltaikanlage – rechts direkt angrenzend das Gebäude der Elektronikfertigung mit Lager- und Logistikareal.